- Für Sie waren wir sehr fleißig -
Zu weiteren (fast allen) Schmerzthemen gelangen Sie hier: www.schmerz.com/schmerzthemen (einfach nur anklicken)

Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen.
Quelle: Web-Seite der Bundesregierung und Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzl. Krankenkassen. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (
eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)). Der Kläger hatte die Kur noch während des laufenden Prozesses in der von ihm bevorzugten Einrichtung auf eigene Kosten angetreten. Seine Krankenkasse wurde dazu verurteilt, ihm die Kosten für die Kur zu erstatten.

Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber Rentenversicherungen:
Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht darauf , in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden.
Hier gelangen Sie zum 1. Urteil (Sozialgericht Kassel). Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik. Mittlerweile gibt es diesbezüglich zwei weitere Urteile, so vom Landessozialgericht Hamburg: http://www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht2 oder auch https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik und vom Sozialgericht Köln erging die einstweilige Verfügung in nur 23 (!!) Tagen: http://www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht3.

Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation, weil damit die betroffenen Patienten oftmals überhaupt erst in einen rehabilitationsfähigen Zustand gebracht werden können. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).

Die wichtigsten Schmerzthemen zusammengefaßt:

Arthritis Arthrose Armschmerzen atypischer Gesichtsschmerz Bandscheibenvorfall Beinschmerz Borreliose Brustwirbelsäulensyndrom Burning-feet-Syndrom Cluster-Kopfschmerz Komplexes regionales Schmerzsyndrom Durchblutungsstörung Dorsalgie Fibromyalgie Fibromyalgiesyndrom Gelenkschmerzen Gesichtsschmerz Gliederschmerzen Gürtelrose Halswirbelsäulensyndrom Herpes zoster Hörsturz Hüftschmerz Ischias Kausalgie Kopfschmerz Kreuzschmerz Leistenschmerz Lendenwirbelsäulensyndrom Lumbalgie Lumboischialgie Migräne Morbus Sudeck Muskelschmerz Nervenschmerzen Neuralgie Osteomyelitis Schleudertrauma Polyneuropathie Postzosterische Neuralgie Restles legs-Syndrom Rückenschmerz Schlaganfall (Hemialgesie) Schulterschmerz Spannungskopfschmerz Spinalkanalstenose Steißbeinschmerzen Kokzygodynie Sudeck Dystrophie Thalamusschmerz Tinnitus Zephalgie Cephalgie

Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:

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Erfahrung schon seit 1987
Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V Rehabilitationsbehandlungen an und für Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.

ARMSCHMERZEN

Die weiter unten beschriebenen, invasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.

Es ist üblich, für den Arm den lateinischen Ausdruck Brachium zu gebrauchen und das Wort brachialis wird mit "zum Arm gehörend" übersetzt. Entsprechend werden Armschmerzen vom Mediziner auch als Brachialgie bezeichnet. Genau genommen, stimmt das aber nicht so ganz, denn der Begriff Brachium steht eigentlich nur für den Oberarm.

Die Arme besteht aus den Anteilen:

  1. Obe rarm (Brachium)

  2. Ellenbogen (Cubitus)

  3. Unterarm (Antebrachium) und

  4. Hand (Manus)

Eine Reihe von Krankheiten können zu Armschmerzen führen. Am häufigsten kommen aber vertebrageninduzierte (= von der Halswir belsäule ausgehende) Armschmerzen vor. Sie treten im Rahmen eines unteren Zervikal-Syndrom s auf (auch als Zervikobrachialgie, Schulter-Arm-Syndrom oder Nacken-Schulter-Arm-Syndrom bezeichnet).
Da die Wurzeln C6-8 und Th1 betroffen sind, können Beschwerden bis in den Klein
finger ausstrahlen. Richtungsweisende Schmerzen im Nackencken - oder Schulterbereich müssen nicht zwingend vorhanden sein.
Streng genommen geht ein Zervikobrachialsyndrom mit einer radikulären Symptomatik
(= Krankheitszeichen infolge einer Nervenschädigung) einher (Debrunner 1988).
Die pseudoradikuläre Ausstrahlung
(= Schmerzausstrahlung infolge scheinbarer Nervenschädigungen) in die Arme fällt noch unter den Begriff "Zervikal-Syndrom". Vertebragen induzierte, chronische
Armsch merzen sprechen am besten auf die kontinuierliche, retrograd hohe Blockade des Pl exus brachialis mit Katheter an (siehe unten).

Weitere (seltenere) Ursachen:

  1. Epicondylitis radialis humeri. Bei dieser relativ häufigen Erkrankung klagen die Patienten über Schmerzen im Bereich des Epicondylus radial is humer i (= über dem Ellenbogen außen), die sich bei Faustschluß und kräftiger Dorsalextension (= Beugung in Richtung Hand rücken) im Handgelenk verstärken.
    Nicht selten strahlen die Schmerzen in
    Unterarm und/oder Oberarm aus, so daß dann der ganze A rm schmerzt. Regelmäßig besteht ein deutlicher Druckschmerz im Bereich des ellbogen nahen äußeren Unterarmes.
    Die Ursache des chronischen Entzündungszustandes im Bereich der
    Sehnen ansätze am Epicondylus lateral is humer i ist nicht geklärt; vieles spricht für eine mechanische Auslösung (Tennisarm, Tennisellenbogen).
    Therapeutisch
    kann ein Versuch mit Infiltrationen mit einem örtlichen Betäubungsmittel, auch mit Kortikoidzusatz, unternommen werden. Dabei muß allerdings ein Kontakt der Kanülenspitze mit der
    Knochenhaut unbedingt vermieden werden, da damit häufig heftigste, anhaltende Schmerzreaktionen ausgelöst werden können.
    Nicht selten hilft nur eine längerfristige kontinuierliche Pl exus brachial is-Blockade mit Katheter (siehe unten).
    Auch eine Behandlung mit Röntgenstrahlen kann schmerzlindernd sein (Thomalske 1991). Manchmal ist auch eine deutliche Besserung durch die Iontophorese
    (= Einbringung eines Arzneimittels durch die Haut mit Hilfe von Gleichstrom) (z.B. mit Diclofenac) zu erzielen.
    Die Behandlungsmaßnahmen eignen sich in gleicher Weise für die seltenere Epikondylitis ulnaris humeri
    (Golferarm oder
    Golferellenbogen) (= Ellenbogenschmerzen an der Innenseite).

  2. Bei der sog. Brachialgia paraesthetica nocturna bestehen schmerzhafte Mißempfindungen, besonders während der Nachtruhe, wahrscheinlich hervorgerufen durch vegetativ-vasomotorische (= Gefäße und Muskel betreffende) Dysregulation, meist als Folge einer Fehllagerung („Parkbanksyndrom"). Je nach Ausmaß oder Häufigkeit der Irritation oder Störung können sich durchaus längerfristige, chronische Armsch merzen einstellen. Therapiemöglichkeiten siehe unten.

  3. Die Neuritis des Pl exus brachial is (neuralgische Schulteramyotrophie) (= En tzündung des Armnervengeflechts) soll allergisch entzündlicher Ursache sein (Thoden 1987). Die Armsch merzen setzen plötzlich ein und imponieren als akute Zervikobrachialgie (= Nacken-Schulter-Arm-Syndrom). Nach mehreren Tagen treten Lähmungen von Schulter- und Arm muskeln auf, Sensibilitätsstörungen (= Gefühlsstörungen) kommen höchstens in 20-30 % vor. Die Prognose (= Vorhersage, der Verlauf) ist günstig, die motorischen Ausfälle (= Lähmungen) bilden sich von selbst langsam (über Monate) zurück.
    Zur Therapie werden Antiphlogistika (z.B. Phenylbutazon, Salicylate)
    (= entzündungshemmende Mittel) bzw. nichtsteroidale Antirheumatika ((z.B. Diclofenac, Indometazin) eingesetzt (besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint bei dieser Wirkstoffgruppe das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöht zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer)), oder interskalenäre Plexusblockaden (= Betäubungen des Armnervengeflechts im seitlichen Halsbereich) durchgeführt. Im akuten Stadium ist das Mittel der Wahl Cortison (z.B. 60 mg Prednisolon/Tag, dann über 2 Wochen rasch absteigend dosieren).

  4. Die echte (idiopathische) Plexusneuralgie (= schmerzhaftes Armnervengeflecht) mit attackenförmigem Schmerzcharakter ist ein sehr seltenes Krankheitsbild. Die Therapie erfolgt primär medikamentös. Das Mittel der Wahl sind Antiepileptika (= Mittel gegen die Fallsucht, aber auch gegen diese Sch merzen wirksam). Als erste Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin. Bei Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen in höherer Dosierung können diese Mittel mit Baclofen (= ein im Gehirn / Rückenmark wirkendes Mittel zur Muskelentspannung) kombiniert werden.

  5. Schulter-Hand-Syndrom. Nicht selten gehen (chronische) Armsch merzen von einzelnen Gelenken in der Schulter - Arm-Region aus und strahlen dann in den gesamten Bereich aus, so daß es schwierig werden kann, den primären Schmerzherd überhaupt zu finden (Debrunner 1988).
    Typischerweise bestehen Ruheschmerzen mit Schmerzverstärkung bei Belastung. Manchmal treten vegetative Begleitsymptome wie Kälte, Zyanose
    (= bläuliche Verfärbung) oder Schwitzen auf, so daß die Unterscheidung von einem
    Morbus Sudeck (auch als Sudeck Krankheit, Sudecksche Dystrophie, CRPS TYP I, komplexes regionales Schmerzsyndrom Typ I oder Algodystrophie bezeichnet) (= eine spezielle schmerzhafte Organstörung, auch als komplexes regionales Schmerzsyndrom bezeichnet) schwer fällt, besonders wenn Gewebsatrophien (= Gewebeschwund) vorhanden sind.
    Therapeutisch ist in der akuten Phase die Gabe von nichtsteroidalen Antirheumatika (z.B. Naproxen) hilfreich. Vor allem beim Vorliegen von vegetativen Begleiterscheinungen (z.B. Kälte, bläuliche Verfärbung, Schweißbildung) hat sich im Rahmen der
    therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) die wiederholte Plexusblockade (= Betäubungen des Armnervengeflechts) sehr bewährt. Zur Förderung der Durchblutung ist auch eine oberflächliche Kältebehandlung mittels Kaltluftgenerator empfehlenswert.
    Physiotherapeutische Methoden
    (= Krankengymnastik und Anwendungen) runden das Behandlungskonzept bei
    diesen Armsch merzen ab.

  6. Engpaßsyndrome:
    Das Skalenussyndrom, ein sog. Kompressionssyndrom, entsteht durch Kompression der Nervenstränge aus den Wurzeln C8-Th1 im Bereich der Skalenuslücke
    (= Lücke zwischen zwei Mus keln im seitlichen Halsbereich) , hauptsächlich durch eine Halsrippe, aber auch durch Bindegewebsstränge oder höhergradige Muskel verspannungen.
    Die Beschwerden treten deutlich belastungsabhängig auf, insbesondere bei Zugbelastung (Tragen von Koffern, Taschen usw.). Die dominierenden Schmerzlokalisationen sind ellenseitiger
    Unterarm und Hand. Im fortgeschrittenen Stadium mit Nervenläsionen (= Nervenstörungen, Nervenschädigungen) treten Lähmungen der kleinen Hand muskeln auf. Durch zusätzliche Verengung der A. subclavia (= Schlagader unter dem Schlüsselbein) in der Skalenuslücke können Mikroembolien (= kleinste Blutgerinnsel) entstehen, die feine Finger gefäße verschließen und eine vaskuläre Symptomatik (= Krankheitszeichen bei Blutgefäßschädigung) hervorrufen (Ostheim 1976).
    Zur Therapie empfiehlt sich bei stark verspannter Skalenusmuskulatur die wiederholte Infiltration mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel, die Vermeidung von schmerzauslösenden oder verstärkenden Belastungen, in hartnäckigen Fällen, insbesondere bei Auftreten eines neurologischen Defizits
    (= gestörte Nervenfunktion), eine Operation.
    Der Pl exus brachialis
    (= das Armnervengeflecht) kann auch zwischen Schlüsselbein und 1. Rippe komprimiert (= eingedrückt) werden. Besonders bei Rückführung der Schulter unter Zug, wie beim Tragen eines Rucksackes, treten ausstrahlende Schmerzen auf.
    Die Therapie dieser
    Armsch merzen besteht in der Vermeidung von typischen Belastungen. Nur in seltenen Fällen wird man sich zur operativen Entfernung der 1. Rippe entschließen.
    Der Vollständigkeit halber sei noch das sog. Hyperabduktionssyndrom erwähnt. Die
    Armsch merzen treten bei Tätigkeiten auf, die über Scheitelhöhe ausgeübt werden (z.B. Arbeiten an der Zimmerdecke). Die Ursache ist eine Nervenkompression des Armplexus zwischen Korakoid (= „Rabenschnabelfortsatz" am oberen Schulterblattrand) und M. pectoralis minor (= kleiner Brustmuskel), nahe dem Ansatz. Therapeutisch können Infiltrationen mit einem örtlichen Betäubungsmittel unternommen werden.

  7. Relativ häufig treten starke Armsch merzen nach radikaler Mastektomie ((= operative Entfernung der weiblichen Brus t (Mammaamputation) mit Ausräumung der Achselhöhle)) auf, bedingt durch Plexus- bzw. Nervenkompressionen infolge einer Lymphabflußstörung. Der Arm ist dabei unübersehbar stark ödematös aufgequollen.
    Bei Lymphstau bzw. zur Förderung des Lymphabflusses wird der A rm mittels einer
    Hand schlinge an einem Gestell (Bettgalgen, Infusionsständer) mehrere Tage permanent über die Horizontale angehoben. Zur Unterstützung der abschwellenden Maßnahmen dient die Gabe eines milden Diuretikums (= harntreibendes Mittel) sowie regelmäßige manuelle Lymphdrainage.
    Zusätzlich können interskalenäre
    Blockaden (= Betäubungen im seitlichen, unteren Halsbereich) des Pl exus brachial is durchgeführt werden. Nach Teilabschwellung gelingt dann häufig auch die Implantation eines axillären Plexuskatheters, der für weitere 10-14 Tage regelmäßig mehrmals täglich mit 10-15 ml Bupivacain bedient wird (siehe unten). Mit den genannten Therapiemaßnahmen kann in fast allen Fällen eine zufriedenstellende Schmerzsituation herbeigeführt werden.

  8. Chronische Armsch merzen nach Bestrahlung (Plexusneuritis). HeftigePlexusschmerzen mit neurologischen Defiziten (= Zeichen einer Nervenstörung, Nervenschädigung) können auch Folge einer Röntgenbestrahlung der supraklavikulären (= oberhalb des Schlüsselbeins) oder Achselhöhlenregion bei Brust krebs sein.
    In der Regel ist das subkutane Gewebe derb fibrosiert (Strahlenfibrose
    ) (= Verhärtung des Hautuntergewebes). Hinzu kann eine Lymphschwellung des Arme
    s treten. Bei fehlender oder gering ausgeprägter Fibrosierung muß eine Plexuskarzinomatose (= Durchsetzung des Armnervengeflechts mit Tochtergeschwülsten) in Betracht gezogen werden.
    Die Behandlung ist sehr schwierig. Bei strahlenbedingten krankhaften Hautveränderungen ist das Entzündungsrisiko bei Durchführung von Nervenblockaden stark erhöht. Peripher wirkende Analgetika
    (= Schmerzmittel die überwiegend nur im Schmerzbereich wirken) sind meist ungenügend wirksam.
    Nach Thoden (1987) bleiben nur die epidurale
    (= rückenmarknahe) elektrische Rückenmarksreizung oder die hochzervikale Chordotomie (= operative Durchtrennung der Schmerzbahn im oberen Rückenmark).

  9. Zu erwähnen wäre noch das Karpaltunnelsyndrom, das manchmal auch in den ganzen A rm einstrahlen kann.

Medikamentöse Schmerzbehandlung:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und subakut (= eher schleichend verlaufend) können zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika (= Rheuma mittel), aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und magen schonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskel relaxanzien (= Mittel zur Entspannung von Muskeln) (z.B. Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerz zustände nur mit zentral wirkenden Analgetika ((z.B. Tramadol, Tilidin, Oxycodon (Tilidin oder Oxycodon auch kombiniert mit Naloxon) oder Morphin)) (= im Gehirn bzw. Rücken mark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (= Mittel gegen Depression, aber auch bei diesen Sch merzen hilfreich) (z.B. Doxepin, Maprotilin) oder auch Neuroleptika hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen. Bei einer entzündlichen Schmerzursache sind wiederholte, lokale Cortison-Injektionen hilfreich.

Gegen eher neuralgiforme (= anfallsartige) Armsch merzen wirken am besten sog. Antiepileptika (= eigentlich Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei Armschmerzen hilfreich). Als erste Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin. Die Kombination mit Baclofen (= ein im Rücken mark / Gehirn wirkendes Mittel zur Muskelentspannung) hilft Gabapentin bzw. Pregabalin oder Carbamazepin einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) bei Armschmerzen:
Die besten Therapieergebnisse bei hartnäckigen
Armschmerzen (chronische), die auf herkömmliche Therapiemaßnahmen kaum ansprechen, werden mit der Therapeutischen Lokalanästhesie in Form der kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis* erzielt, bei Beteiligung von Schul ter und Halswir belsäule in der sog. retrograd hohen Variante. Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle in die Ner venscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. Während dem Einspritzen und noch kurze Zeit danach wird der Oberar m mit einer Manschette abgestaut, so daß die Betäubungsmittellösung innerhalb der Ner venscheide nach oben getrieben wird und so auch im Schulterbereich und bei entsprechender Betäubungsmittelmenge sogar an der Halswirbelsäule schmerzlindernd wirken kann.
Zur Schmerzbehandlung kann auch die kontinuierliche, interskalenäre (= zwischen Mus keln im seitlichen, unteren Halsbereich) Blockade des Pl exus brachialis durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode mit einem etwas größeren Risiko behaftet.
Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert, die entzündlichen oder degenerativen
(= abnutzungsbedingten) Prozessen nachhaltig entgegenwirkt.

Physikalische Therapie:
Auch eine Elektrostimulation kann bei
Armschmerzen (chronische) eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem Schmerzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden. Wir verordnen TENS grundsätzlich nur leihweise für 6 Monate, da erfahrungsgemäß die Wirkung nach längerer Anwendung nachläßt.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerz
bereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca.-10 bis-15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit
Armschmerzen empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls Armschmerzen lindern.
Wichtig ist bei
Arm schmerz en eine funktionserhaltende heilgymnastische Therapie.

Andere Therapiemaßnahmen:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur zur Behandlung chronischer
Armschmerzen nicht unerwähnt bleiben.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson, ebenso ein
Schmerzbewältigungstraining sind bei chronischen Schmerzen im Rahmen einer psychologischen Mitbetreuung eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie.

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch vorübergehend (z.B. 10-14 Tagelang) dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus, wie oben schon ausgeführt, eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert (Sympathikolyse). Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die auf eine verminderte Blutversorgung, auf entzündliche oder auch degenerative Prozesse zurückzuführen sind, hilfreich ist. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerz gedächtnis zu löschen.

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Aktualisiert:>12.03.2009</> kusb&
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